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Faculty of Law, Business & Economics

VWL VIII: International Competition Policy – Prof. Dr. Fabian Herweg

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Neues Arbeitspapier von VWL 8

18.08.2026

Grafik zum Arbeitspapier

Neues Arbeitspapier von VWL 8: Joshua Greubel, Henrik Guhling und Fabian Herweg:

„AI Persuasion and Financial-Decision Making: Experimental Evidence on Dominated Investment Choices“

Wie stark kann KI unsere Finanzentscheidungen verbessern – oder uns gezielt in die falsche Richtung lenken? Die Studie untersucht das in einer einfachen, aber realistischen Entscheidungssituation: Teilnehmende richten einen Fondssparplan auf einen fiktiven Indexein und wählen anschließend zwischen zwei Anbietern. Beide Fonds bilden exakt denselben Index ab, unterscheiden sich jedoch in zwei Gebühren. Dadurch entsteht scheinbar ein Trade-off: Jeder Anbieter ist bei einer der beiden Gebühren günstiger. Welcher Anbieter insgesamt besser ist, ist deshalb nicht sofort ersichtlich – tatsächlich gibt es für jede gewählte Sparrate aber einen eindeutig besten, das heißt günstigsten Anbieter.

Resultat 1: KI kann sehr stark helfen – aber genauso stark fehlleiten. Ohne Beratung wählen rund 64 % den besseren Anbieter. Empfiehlt ein neutral dargestellter KI-Chatbot diesen Anbieter, steigt der Anteil auf rund 87 %. Wird dieselbe KI dagegen angewiesen, den schlechteren Anbieter zu empfehlen, fällt der Anteil richtiger Entscheidungen auf nur rund 34 %.

Resultat 2: Ein offengelegter Interessenkonflikt schützt kaum. Selbst wenn der Chatbot als „Bank-KI“ auftritt und die Teilnehmenden wissen, dass die Bank von ihrer Entscheidung finanziell profitieren kann, wird die KI nicht messbar weniger einflussreich.

Resultat 3: KI überzeugt stärker als Menschen. Sowohl bei guten als auch bei schlechten Empfehlungen lenkt die KI Entscheidungen stärker in die vom Berater gewünschte Richtung als menschliche Berater.

Besonders eindrücklich wird dies bei der Aufteilung nach der Höhe der Investition. Wer wenig investiert, trifft ohne Beratung nur in 28,1 % der Fälle die richtige Anbieterwahl. Gute KI-Beratung steigert diesen Anteil auf 74,4 %, bei der Bank-KI sogar auf 85,6 %. Hier kann KI enorme Unterstützung bieten. Wer viel investiert, weist dagegen im Durchschnitt eine höhere Finanzbildung, etwas mehr Finanzerfahrung und eine geringere Risikoaversion auf. Diese Gruppe entscheidet bereits ohne Beratung zu 87,7 % richtig. Doch eine fehlgeleitete KI-Empfehlung senkt diesen Anteil auf unter 50 %. KI kann somit gerade auch Menschen von einer guten Entscheidung abbringen, die ohne ihre Hilfe sehr gut entschieden hätten.

Für Politik und Regulierung bedeutet dies: Transparenz allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, welche Ziele einer KI vorgegeben werden und welche wirtschaftlichen Interessen dahinterstehen. Anbieter sollten daher sicherstellen müssen, dass KI-Beratung konsequent an den Interessen der Kunden ausgerichtet ist und durch geeignete Kontroll- und Prüfmechanismen abgesichert wird.

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